Die besten Tipps für das Arbeiten von zu Hause oder im Home Office

Die aktuelle Pandemie hat alles verändert. Das Umfeld, das Zusammenleben mit deinem Partner oder Partnerin und auch das Arbeiten. Viele von euch sind ganz oder teilweise ins Home Office gewechselt oder arbeiten „von Zuhause aus“. Heute zeige ich dir einige Tipps, die es im Home Office zu beachten gilt.

Der Begriff Home Office ist im deutschen eher negativ besetzt. Im Englischen klingt „Remote“ einfach schöner – kein Wunder, dass bei den Amis „Remote Work“ schon länger ein Begriff im Alltag ist und dort gar nicht mehr wegzudenken ist. Doch nicht nur beim Name, sondern auch beim Verhalten im „Home Office“ können wir von den Amis so einiges lernen.

Warum ich ein Freund von Home Office bin, aber trotzdem es nicht jedem empfehlen kann?

Durch meine zwei letzten Jobs, einmal als Versicherungsfachmann im Außendienst und einmal als Verkäufer in einem Mobilfunk-Geschäft, habe ich beide Seiten der Arbeitsweisen kennengelernt. Als Verkäufer musste ich zwangsweise vor Ort ins Geschäft fahren, um die Kunden zu bedienen – logisch.

Als Versicherungsfachmann hatte ich mir ein eigenes Büro (mit den anderen Arbeitskollegen) angemietet, um eine Anlaufstelle für den Kunden zu haben, bei dem er direkt vorbei gehen kann. Gleichzeitig hatte ich in den Leerlaufzeiten ein paar Arbeitskollegen um mich herum, zum schnellen Austauschen von Informationen oder auch für das klassischen Kaffeekränzchen. Doch produktiver war ich im Home Office, da hier die Ablenkung deutlich reduziert worden sind und ich eine freiere Zeiteinteilung hatte. Auch beim Fahrtweg hatte ich hier deutliche Vorteile. Ich habe mich jeden Tag mindestens 1 Stunde Zeit gespart, die ich nun für andere Dinge nutze. Doch diese Einstellung teile ich erst seit kurzem.

Es gibt jedoch einige Punkte, die du beachten solltest, damit das Home Office für dich (oder auch für deinen Arbeitgeber gut ist) und keine Abwärtsspirale in allen Bereichen ist. Hätte ich diese Punkte früher herausgefunden, wäre mein Leben vielleicht anders verlaufen.

Das Home Office muss nicht unbedingt besser für dich sein, als klassisch ins Büro zu fahren. Du musst für dich rausfinden, ob eher der Bürogänger bist oder lieber von Zuhause aus arbeiten möchtest. Es hat beides Vor- und Nachteile.


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Bau dir deinen Arbeitsplatz, an dem du wirklich Arbeiten kannst.

Es ist wichtig, dass du dich auch kopfmäßig auf Arbeit einstellst. Wenn du z.B. dein Büro, deine Kanzlei oder auf den Parkplatz deiner Arbeitsstelle fährst, schaltet dein Kopf in den „Arbeitsmodus“. Deine Denkweise oder Verhaltensmuster ändern sich dadurch und du bist von Kopf bis Fuss auf „Arbeit“ eingestellt.

Genau dieses sollte auch bei deinem Arbeitsplatz zuhause passieren. Dabei spielt es keine Rolle, wo sich dein Arbeitsplatz befindet. Ganz egal, ob es ein kleiner Schreibtisch in der Ecke im Flur, in einem Extra-Zimmer, in der Garage oder auch tatsächlich im Arbeitszimmer ist. Dieser Ort sollte im Privatleben keine große Rolle spielen.

Was gar nicht geht, ist das Bett oder die Couch. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir assoziieren Dinge in unserer Umgebung immer gleich. Eine Couch oder Bett ist im Kopf mit dem Begriff „Entspannung“ verknüpft. Ein Arbeiten an diesen Orten ist zwar kurzzeitig oder im Notfall machbar, aber auf Dauer keine Option.

Wenn dein Körper erstmal die Couch als Arbeitsplatz „gelernt“ hat, was natürlich im Hinblick auf Ergonomie völlig Banane ist, kannst du dich dort nicht mehr so richtig entspannen. Deine Produktivität leidet und dein Wohlbefinden auch.

So etwas wie auf dem Bild oben, sollte bei dir nicht vorkommen..

Dein Arbeitsplatz sollte ergonomisch optimiert sein – und aufgeräumt!

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass ein optimaler Arbeitsplatz für deutlich mehr Motivation und auch für deutlich Produktivität sorgt. Es gibt einige Dinge zu beachten, damit du dich an deinem Arbeitsplatz wohl fühlst und damit deutlich motivierter bist. Nur wenn du im Kopf klar genug bist, kannst du deine Arbeit auch wirklich „richtig“ machen.

„Räum dein Schreibtisch auf“
-oder auch-
„Räum Dein Zimmer auf“

Diesen Satz kennst du sicherlich noch von deinen Eltern aus Kinderzeiten. Das Aufräumen an sich begleitet dich aber auch heute noch. Unordnung auf dem Schreibtisch sieht nicht nur doof aus, es behindert dich auch, deine Arbeit akkurat abzuliefern. Deine Motivation sinkt und damit auch deine Produktivität. Ein Teufelskreis. Mit einem aufgeräumten Schreibtisch – zumindest das direkt sichtbare – wirst du weniger abgelenkt und du fühlst dich gleich deutlich besser.

Kaufe dir einen höhenverstellbaren Schreibtisch – zumindest einen Aufsatz

Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich meinen großen Ikea Bekannt Schreibtisch durch einen höhenverstellbaren Flexispot-Schreibtisch ersetzt. Hierzu habe ich einen ausführliches Artikel hier geschrieben. Mittlerweile bin ich von der Möglichkeit der Höhenverstellung so begeistert, dass ich überlege, auch weitere Tische in der Wohnung damit auszustatten. Es gibt echt viele Möglichkeiten. Wenn dann noch die Stühle und Tischhöhe nicht optimal zusammenpassen, habe ich teilweise Probleme mich da länger hinzusetzen.

Es ist ein großartiges Gefühl während der Arbeit kurz aufzustehen, sich aufzurichten und im Stehen weiterzuarbeiten. So bleibt der Körper (und Geist) im Schwung. Wenn mir das jemand vor 2 Jahren erzählt hatte, hätte ich ihn ausgelacht. Mittlerweile denke ich anders darüber. Es reicht auch, wenn du dir für wenig Geld einen höhenverstellbaren Aufsatz kaufst. Diesen kannst du dann einfach auf deinen Schreibtisch aufsetzen und dein Arbeitsgerät steht nun deutlich höher. Alternativ reicht hier auch eine Karton auf den du dann dein iPad, Laptop etc. stellen kannst.

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Besorge dir einen richtigen Stuhl

Besorge dir einen richtigen Schreibtisch-Stuhl. Damit meine ich nicht klassischen Stuhl, der bei jedem Tisch dabei ist. Diese sind zum kurzen Hinsetzen gut, aber wenn du 8 Stunden oder mehr am Tag darauf sitzt, sollte er ergonomisch sein. Empfehlen kann ich dir den „Markus“ von Ikea. Dieser ist im Vergleich zu den anderen, ergonomischen Stühlen von diversen Marken deutlich günstiger und sieht man in sehr vielen Büros. Bitte sieh von diesen Fancy-Gaming-Stühlen ab, die zwar gut aussehen und voll gut gepolstert sind. Ergonomisch ist (in den meisten Fällen) etwas anderes.

Alternativ geht auch ein Ball, dieser ist auch gut, da du dich hier ständig bewegen musst und gleichzeitig noch was für deinen Rücken tust. Ein guter Stuhl hilft für wesentlich komfortabler zuarbeiten und kann helfen Rückenschmerzen durch falsches Sitzen zu vermeiden.

Snacks und frisches Wasser

Gesunde Ernährung ist wichtig. Das gilt natürlich auch im Büro. Stelle dir – sofern du das magst – eine kleine Schale mit gesunden Snacks griffbereit. Am besten keine Chips, Gummibärchen oder andere Snacks, die du im Privatleben gerne hast. Apfelschnitze oder ein paar Trauben sind hier erlaubt. Auch bei den Getränken solltest du eher auf klares Wasser setzen, statt auf zuckerhaltige Cola oder andere ungesunde Getränke. Bei mir steht immer eine 0,75l Flasche mit frischen Wasser im Griffnähe. Fülle diese in den Pausen nach.

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Entwickle deine Routine oder einen festen Zeitplan

Im klassischen 9-to-5-Job gehst du morgens um 9 Uhr ins Büro, machst um 10:30 deine erste Kaffeepause, um 12 Uhr ist eine Stunde Mittag und um 17 Uhr ist Feierabend. So oder in ähnlicher Form kennst du es. Dann setze es doch zuhause auch um – oder entwickele deine persönliche optimale Routine.

Bei Arbeiten im Home Office bist du theoretisch dazu in der Lage den ganzen Tag zu arbeiten, das bedeutet nicht, dass du den ganzen Tag arbeiten musst. Du solltest dir trotzdem Tageszeiten schaffen, an denen du produktiv bist und diese nutzen.

Fang doch erstmal an, deine Büro-Routine auch im Home Office zu nutzen. Je nach Anforderung kann es auch effektiver sein, deine Arbeitszeit über den gesamten Tag zu strecken. Morgens 2h in der Früh, dann Mittags nochmals 2 Stunden, gegen frühen Abend nochmals 2 und so weiter.

Sofern das möglich ist, nutze kürzere Zeitblöcke und arbeite dann gezielt alles ab, was du an diesem Tag vorhast. Studien haben herausgefunden, dass man (ohne Pause) am Stück bis zu 90 Minuten arbeiten sollte, danach lässt die Konzentration deutlich nach.

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Pausen sind wichtig!

Pausen sind für die Regeneration wichtig. Auch beim Sporttraining solltest du einen Tag zwischendurch Pause mache, damit sich der Körper regenerieren kann. Genauso beim Schlafen. Schläfst du nicht ausreichend, bist du am nächsten Tag müde und abgeschlagen. Konzentration? Fehlanzeige.

Setze dir Zeitlimits oder Aufgabenlimits, nach denen eine Pause machst. Nutze deine Pause um aufzustehen, der einen neuen Kaffee und Wasser (wichtig) zu holen. Strecke dich oder mache ein paar Übungen und deinen Körper wieder in Schwung zu bekommen. Natürlich kannst du etwas (gesundes) essen. Natürlich kannst du auch mit deinen Kindern spielen. Diese Abwechslung im Kopf ist gut. Du fühlst dich danach gleich deutlich entspannter und deutlich fitter.

Auch zu diesem Punkt haben Studien herausgefunden, dass eine Pause alle 90 Minuten dein Konzentrationslevel um 30% steigen lässt, als bei Personen die keine Pause machen. Gleichzeitig sorgt die Pause für bis zu 50% mehr kreatives Denken und besseres Wohlbefinden.

Setze deine Grenzen – deutlich für andere und dich

Gerade wenn du Kinder hast oder sich noch andere Personen in der Wohnung aufhalten, musst du deine Grenzen deutlich kommunizieren. Diese Grenze sollte dann von allen respektiert werden. Wenn du ein eigenes Arbeitszimmer oder Büro hast, schließe einfach die Türe. Sobald diese Türe geschlossen ist, möchtest du nicht gestört werden – oder hänge ein „Nicht Stören“ Schild daran.

Wenn dein Schreibtisch mitten im Raum steht, dann vereinbart einen gewissen Gegenstand, der dann den „Arbeitsmodus“ anzeigt. Schalte eine spezielle Lampe ein, setze dir eine Mütze auf oder stelle ein Plüschtier auf den Schreibtisch, damit andere gleich sehen – ich bin am Arbeiten, ich möchte nicht gestört werden.

Dies gilt natürlich auch für Chats wie Microsoft Teams, Slack oder andere Programme. Hier gibt es einen „Beschäftigt“-Modus. Kommuniziere es zum Beispiel so, dass du keine Anrufe durchgestellt haben möchtest, wenn du in diesem Modus bist. So kannst du konzentriert deine aktuellen Aufgaben fertigstellen.

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Unterscheide zwischen Arbeitszeit und Freizeit.

Nichts ist schlimmer als nach „Feierabend“ noch 200 Mails oder Anrufe zu erhalten. Auch solltest du lernen Arbeit und Privat zu trennen. Wenn dich abends um 8 noch ein/e Arbeitskollege/in um eine berufliche Frage bittet, lasse diese bis am nächsten Morgen liegen. So kommst du nicht vom Arbeitsmodus in den Freizeitmodus.

Natürlich gibt es Berufe, bei denen man ständig auf Abruf steht und man ständig erreichbar sein muss. Doch musst du das wirklich? Kann diese Mail oder das Telefonat nicht auch bis am nächsten Tag warten? In 90% der Fälle schon. Du bist schließlich nicht bei der Feuerwehr, bei der es auf jede Minute ankommt..

Schalte also deine Benachrichtigungen aus oder zumindest auf „stumm“, damit du nicht alle 5 Minuten in deiner Freizeit gestört wirst. Oder klappe den beruflichen Laptop komplett zu.

Kommuniziere viel und deutlich

Gute Kommunikation ist in der heutigen Zeit unerlässlich. Der Fokus liegt auf dem Wort „gut“. Tausche dich mit deinem Team aus, aber rufe nicht wegen jedem kleinen Pups an. Tausche dich wenn möglich schriftlich aus. So gibst du dem anderen die Möglichkeit auf die Fragen oder Aussagen zu reagieren, wenn es dem anderen in den zeitlichen Rahmen passt.

Eventuell musst du dich etwas ausführlicher fassen, damit keine oder wenige Rückfragen entstehen. Es kann nämlich sein, dass der andere gerade nicht auf dem aktuellen Stand ist und du ihn so schnell über den neusten Stand in Kenntnis setzen kannst. Fasse bei den Telefonaten das gesagte kurz zusammen und was die nächsten Schritte sind. Es ist wichtig, dass alle auf dem gleichen Stand sind oder was die nächsten Schritte sind. Es bringt euch nichts, wenn ihr aneinander vorbei geredet habt.

Lieber klar und deutlich kommunizieren, dann ist auch noch Platz für den ein oder andere Witz oder persönliche Anekdote.

Vergiss das Soziale nicht – Achtung vor Depressionen

Jeder von uns hat eine soziale Seite. Der eine mehr, der andere weniger. Dennoch brauchen wir den Kontakt zu anderen Menschen. Die Isoliertheit im Home Office kann Menschen und Verhaltensweisen verändern. Achte daher darauf mit Freunden oder Arbeitskollegen in Kontakt zu bleiben. Kommuniziere auch mal per Videochat, damit du den anderen siehst.

Das Home Office kann bei manchen (anfälligen) Personen zu Beklemmungen oder gar zu Depressionen führen. Eine depressive Stimmung kann sich über Monate aufbauen und sich dann blitzschnell entladen. Sorge daher für einen sozialen Ausgleich. Dieser ist sehr wichtig!

Diese Tipps helfen dir im Home Office noch besser klar zu kommen oder dir das Leben im Home Office bzw. auf Remote Work noch leider zu machen. Welchen der Punkte hast du für dich als Entwicklungsfeld ausmachen können und welcher der Tipps bringt dich weiter? Über eine Rückmeldung in den Kommentaren freue ich mich sehr.

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