Die Synology DS420+ im Test – Der neue 4er mit SSD-Cache

Synology DS420 Plus

Seit etwa vier Jahren hat Synology kein neues Modell in der DS4XX-Plus-Serie mit 4-Bays veröffentlicht. Mit der DS420+ bietet man nun wieder ein aktuelles Modell an, welches als Nachfolger der DS418play oder auch der DS415+ gesehen wird. Ich habe Synology angefragt, ob ich mir dieses Modell mal etwas genauer ansehen kann und wie es sich mit den Neuerungen schlägt.

Mit der neuen DS420+ kombiniert man nun einen Dual-Core-CPU mit ordentlich (erweiterbaren) Arbeitsspeicher und den Möglichkeiten zum Einsatz von superschnellen M.2 SSDs. Somit richtet sich die neue DS420+ an ambitionierte Nutzer und kleine bis mittelständische Unternehmen, die viele Daten verwalten und speichern möchten.


Technische Daten der Synology DS420+

  • CPU: Intel Celeron J4025 (64-bit) Dual-Core @ 2.0 Ghz (Maximal 2,9 Ghz im Power-Modus)
  • RAM: 2 GB / Maximal 6 GB (2 GB + 4 GB erweiterbar)
  • Festplatteneinschübe: 4 da es sich hier um ein 4-Bay-Modell handelt
  • M.2 Festplatteneinschübe: 2 (NVMe) für SSD-Cache
  • maximale Kapazität: 64 TB (16 TB drive x 2)
  • unterstützte Dateisysteme:
    • Interne Laufwerke: Btrfs,EXT4
    • Externe Laufwerke: Btrfs, EXT4, EXT3, FAT, NTFS, HFS+, exFAT (muss nachgekauft werden)
  • Unterstützte RAID-Typen: Synology Hybrid RAID, Basic, JBOD, RAID 0, RAID 1, RAID 5, RAID 6, RAID 10
  • Stromverbrauch: (Normal / Last) 28.30 W (Zugriff) 8.45 W (HDD-Ruhezustand)
  • Geräuschpegel: 19,8 dB(A)
  • Größe & Gewicht: 166 mm x 199 mm x 223 mm @ 2.18 KG
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Anschlüsse:

  • 2x RJ-45 Gigabit LAN-Port (mit Unterstützung für Link Aggregation)
  • 2x USB 3.0-Port (einer auf der Vorderseite)
Synology DS420 Plus

Die Synology DS420+ im Detail

Die Synology DS420 kommt im altbekannten und zeitlosen Design von Synology daher. Gewohnt mattiert schwarz, standfest und gut verarbeitet. Von norne erkennt man gleich die charakterlichen 4 Festplatteneinschübe zum herausziehen der Festplatten. Auf der rechten Seiten befinden sich von oben nach unten die Status-LED sowie die Laufwerk-LEDs, die den Zugriff auf das jeweilige Volumen signalisieren. Die Intensität der LEDs kann über den DSM reguliert oder ganz abgeschaltet werden. Weiter unten finden wir noch einen USB 3.0 Anschluss sowie den Power-Button.

Schauen wir ins Geräteinnere. Dort finden wir die jeweiligen Anschlüsse und auf der rechten Seite noch den Speicherslot, um den RAM zu erweitern. Bild weiter unten unten.

Synology DS420 Plus

Die vier Festplatten kannst du werkzeuglos in die Führungsschienen einlegen, an den Seiten mit Clips im Rahmen befestigen und in die Synology DS420 einschieben. Zum Entfernern der Festplatten ziehst du den (optional verschließbaren) Klappmechanismus einfach nach oben und kannst diese wieder ganz leicht herausziehen. Auch die beiden M.2 NVMe-SSDs auf der Unterseite kannst du ohne Werkzeug einbauen. Für was du diese brauchen wirst, dazu kommen wir gleich. Hinweis: Bei 2,5 Zoll Festplatten den Befestigungsclip an der Seite nicht verwenden.

Synology DS420 Plus

Auf der Rückseite befinden sich die beiden recht ruhige 92mm Lüfter, mit dem das System gekühlt wird. Auch die Intensität der Lüfter lässt sich in drei Abstufungen über die Bedienoberfläche ändern. Im Alltag ist dieser in der kleinsten Stufe zwar hörbar, aber nicht störend.

Unten finden wir noch die beiden 1 Gbit-LAN Anschlüsse, die sich zu einem 2 GBit-LAN Anschluss mit Link Aggregation zusammenschließen können. Weiter finden wir noch den zweiten USB 3.0 Anschluss, den Anschluss für das Kensington-Schloss, sowie den Strom-Anschluss.

Auf der Unterseite sehen wir die Neuerungen bei der DS420+. Hier kannst du gleich zwei superschnelle M.2 NVMe SSDs für einen SSD-Cache (Lesen oder Lesen/Schreiben) einbauen. Welche Vorteile du damit bekommst, kannst du weiter unten noch ausführlicher lesen. Die vier Gumminoppen sorgen für einen sicheren Stand und entkoppeln das Gehäuse zusätzlich.


Synology DS420 Plus

Neuerungen der Synology DS420+

Die neue 20er Serie von Synology kann mit so einigen Neuerungen aufwarten. Welche sind das?

SSD-Cache mit NVMe-SSDs? Was ist es und was sind die Vorteile?

Die neuen Hochleistungs-Modelle von Synology unterstützen den neuen SSD-Cache mit superschnellen M.2 NVMe-SSDs für einen schnelleren Zugriff auf Daten. Dieser lässt sich sowohl als Lese-Cache bzw. auch als Lese/Schreib-Cache nutzen. Du kannst bist zu zwei dieser neuen M.2 SSDs einbauen.

Lese-Cache mit einer M.2 NVMe-SSD nutzen: Damit lässt sich ein Lese-Cache einrichten, der die am häufigsten aufgerufenen Daten zwischenspeichert und diese dann vom superschnellen SSD-Cache, statt der immer noch recht schnellen Festplatte ausliefert. Das System analysiert das Zugriffsverhalten auf eure Daten und passt die Daten im Cache automatisch an. So kann bei besonders vielen Zugriffen auf die gleichen Dateien („Hot Data“ oder „heiße Daten“ genannt) ein deutlicher Geschwindigkeitszuwachs festgestellt werden.

Lese/Schreib-Cache mit zwei M.2 NVMe-SSD nutzen: Damit lässt sich neben dem Lese-Cache auch ein Schreib-Cache auf der SSD einrichten. Hierzu benötigst du eine zweite SSD. Beim Schreiben von Daten werden diese erstmal auf der superschnellen SSD entgegengenommen und dann Stück für Stück auf die HDD geschrieben.
Du hast das Gefühl, dass die Daten wie auf einer schnellen SSD gespeichert werden und der Transfervorgang ist deutlich schneller (für dich optisch) beendet. Bei besonders vielen Daten (viele GB) ist für dich der Kopiervorgang für dich bereits beendet, wird dann aber noch im Hintergrund von der SSD auf die HDD in der NAS abgelegt.

Hinweis: Die SSDs sind hierbei unter starker Beanspruchung, gerade was die vielen Schreibzyklen betrifft. Wähle hier am besten eine M.2 SSD mit einer hohen Schreibleistung bzw. TBW-Zahl.

Die Nutzung eines M.2 NVMe-SSD-Cache von Synology lohnt sich nur, wenn du mehrere parallele Zugriffe und die Link Aggregation (zwei Gbit-Anschlüsse) in Benutzung hast. Bei wenigen Benutzern oder auch die Nutzung nur eines Gbit-LAN-Anschlusses macht der SSD-Cache eher weniger Sinn.

Synology DS420 Plus

2x LAN-Ports mit Link Aggregation – Was sind die Vorteile?

Der LAN-Anschluss ist meist der Flaschenhals, der die maximale Übertragungsgeschwindigkeit im ganzen System einbremst. Meist können das NAS-System, die Festplatten oder die NAS deutlich mehr als 1 GBit (max. 125 MB) pro Sekunde übertragen, aber der Netzwerk-Anschluss im Router, Switch oder auch in der NAS geben nicht mehr her. Für die aller meisten Nutzer reicht ein Gigabit-Anschluss im heimischen Netzwerk aus, für kleine oder mittelständische Unternehmen benötigt man jedoch mehr.

Die neuen Synology NAS unterstützen Multi-LAN und ermöglichen so die Bündelung von 2 LAN-Schnittstellen mit Hilfe der Link Aggregation-Technologie. Link Aggregation erhöht die Bandbreite von 1 Gbit auf 2 Gbit und damit auch die maximale Geschwindigkeit und die Stabilität, mit der die Daten mit dem NAS synchronisiert werden können.

Hier habt ihr bei Synology folgende Möglichkeiten:

  • Adaptive Load Balancing: Hier optimiert Synology den eingehenden und abgehenden Netzwerkverkehr, egal ob der Switch das Link Aggregation unterstützt oder nicht. Jedoch steht pro verbundenen Rechner nur die maximale Leistung von 1 Gbit zur Verfügung. Macht sich bei mehreren Nutzern deutlich bemerkbar. Hier spricht man auch von der Lastenverteilung.
  • IEEE 802.3ad Dynamische Link Aggregation: Wenn dein Switch die Dynamic Link Aggregation (LACP, 802.1AX) kann, solltest du diese Einstellung wählen. Branchenstandard – wird von fast allen unterstützt und sollte anfänglich genutzt werden. (Empfehlung)
  • Balance XOR: Das NAS und der verbundene Client machen die jeweilige Verbindung selbst aus.
  • Aktiv/Standard: Man spricht hierbei auch von Network Fault Tolerance. Sobald ein LAN-Port ausfällt, wird auf den anderen umgestellt.

Grundlegend kann man sagen, Link Aggregation bringt etwas, wenn die Netzwerkschnittstelle bisher der Flaschenhals war. So kann man diese recht einfach verdoppelt, so dass mehrere Benutzer gleichzeitig ohne Geschwindigkeitseinbußen auf das Synology NAS-System zugreifen können. Gerade bei kleinere Firmen oder Büros greifen durchaus öfter mehrere Nutzer gleichzeitig auf das NAS zu.


Software der Synology DS420+

Das Theme Software ist extrem umfangreich, dass ich hierfür einen extra Artikel geschrieben habe. Da ich die Synology DS720+ und Synology DS420+ gleichzeitig im Test hatte, habe ich die Software für beide zusammengefasst. Dieser Artikel ist universal für fast alle Synology Modelle einsatzbar, nur der Funktionsumfang unterscheidet sich von Modell zu Modell etwas.

In diesem Artikel findest du außerdem Informationen zur Installation, Migration von einem älteren auf ein neueres Modell oder weitere Informationen zum Download von Apps im Synology DiskStationManager DSM.


Eine Auswahl an passende Festplatten:

Angebot Western Digita WD Red interne Festplatte 3 TB (3,5 Zoll, NAS Festplatte, 5400U/min, SATA 6 Gbit/s, NASware-Technologie, für NAS-Systeme im Dauerbetrieb) rot
Seagate IronWolf, NAS interne Festplatte 4 TB HDD, 3.5 Zoll, 5900 U/Min, CMR, 64 MB Cache, SATA 6 GB/s, silber, inkl. 3 Jahre Rescue Service, Modellnr.: ST4000VNZ08/VN008

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Synology DS420 Plus

Die Synology DS420+ und ihrer Vorgänger

Vom Design gleicht die neue DS420 ihren Vorgänger. Im inneren jedoch hat sich einiges getan. So gehört nun nicht mehr ein Quad-Core CPU mit 1,5 GHz von Realtek, sondern ein leistungsfähiger Dual-Core von Intel mit 2.0 GHz zur neuen Ausstattung. Somit schließt man die Lücke, zwischen der älteren DS418play bzw der DS418 und der leistungsfähigeren DS918+, die preislich fast gleich kostet. Dennoch gibt es hier ein kleines Problem.

Problemfall: DS420+ und DS918+

Die DS420+ und DS918+ haben die gleichen Nutzergruppen im Auge. Für den aktuellen Preis von knapp 500 Euro hat Synology fast zwei gleiche Modelle im Petto. Das Problem: Das ältere Modell, die DS918+, besitzt neben 2 Prozessorkernen mehr (Quad-Core mit 1,5 GHz statt Dual-Core mit 2 GHz) 2 GB mehr RAM, hat einen eSATA-Anschluss extra und kostet bei den üblichen Plattformen fast gleiche. Teilweise ist die DS918+ sogar ein paar Euro günstiger. Man sollte bedenken, dass die DS918+ sehr wahrscheinlich noch einen Nachfolger bekommen wird, dann könnte es durchaus eng für die DS420+ werden.

Einen kleinen, aber wichtigen Vorteil hat die neue DS420+ gegenüber der DS918+ dann doch. Das neue Modell DS420+ ist mit einem M.2 SSD-Cache ausgestattet. Das macht – gerade für Professionelle-Anwender – die DS420+ doch bei gleichen Preis durchaus attraktiver.

Update: Da ist mir tatsächlich ein Fehler durchgerutscht. Die DS918+ hat ebenfalls einen SSD-Cache mit M.2 SSDs.  / Danke Jean-Paul für deinen Kommentar!

Pro
Contra
Schneller Dual-CPU
Warum nur Dual-Core?
Auf 6 GB erweiterbarer RAM
2 GB RAM in der Grundausstattung
„Nur“ eine RAM-Erweiterung möglich
Sehr gute Lese & Schreibgeschwindigkeit:
ca. 120 MB/sek über LAN (Windows)
ca. 230 MB/sek mit einer ext. SSD (ohne SSD-Cache)
ca. 130-150 MB mit einer ext. HDD (ohne SSD-Cache)
MAC-SMB-Protokoll deutlich langsamer
(Problem liegt bei der SMB-Integration von Apple)
2x 1 Gbit LAN-Anschlüsse
mit Link Aggregation
„Nur“ 2x 1 Gbit-Ports
2x M.2 NVMe-SSD-Einschübe
für SSD-Cache
Leistungsfähiger DSM
mit großer Auswahl an Apps
Gewohnt hochwertige Verarbeitung
Hot-Swap fähig
Viele RAID-Möglichkeiten
4k Videotranscoding
BTRFS und SHR

Synology DS420 Plus

Fazit zur Synology DS420+

Bei der neuen Synology schließt man die Lücke zwischen den beiden älteren Modellen DS918+ (etwas stärker) und der DS418play (etwas schlechter) und bringt ein Modell mit vier Festplatteneinschüben für Heimanwender und kleinere Büros oder Dienstleister mit einem großen Speicherbedarf.

Zwar ist dieses Modell „nur“ mit einem Dual-Core ausgestattet, arbeitet jedoch sehr zügig die Aufgaben ab und integriert sich im Alltag optimal in den Arbeitsablauf. Wer noch mehr aus der DS420+ herausholen möchte, kann dies mit den beiden 1 GBit LAN-Anschlüssen mit Link-Aggragation und dem neuen SSD-Cache mit M.2 SSD-Festplatten tun.

Softwareseitig kommt der stabile und vielseitig einsetzbarer Synology DSM zum Einsatz, der sich sowohl für Einsteiger, als auch für fortgeschrittene Nutzer gut nutzen lässt.

Die Synology DS420+ ist ein schnelles NAS mit 4 Einschüben, einer schnellen Geschwindigkeit bei der Nutzung und bei der Datenübertragung und verfügt über eine leistungsfähige Software. Es lohnt sich insbesondere für kleinere Unternehmen, Dienstleister-Büros oder professionellere Heimanwender.

Angebot
Synology DS420+ 4Bay NAS
  • 2x M.2 SSD slots für SSD´s
  • 4 x 3.5" oder 2.5" SATA HDD/SSD
  • 2 x USB 3.0 Port
  • Intel Celeron J4025 2-core 2.0 GHz (bis zu 2.9GHz Boost)
  • 2 GB DDR4 onboard

Letzte Aktualisierung am 29.11.2020 um 08:45 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

2 Gedanken zu „Die Synology DS420+ im Test – Der neue 4er mit SSD-Cache

  1. Jean-Paul Pinnel Antworten

    „Einen kleinen, aber wichtigen Vorteil hat die neue DS420+ gegenüber der DS918+ dann doch. Das neue Modell DS420+ ist mit einem M.2 SSD-Cache ausgestattet.“

    Lieber Dennis, diesen M.2 SSD-Cache hat die DS918+ auch! Bei mir sind 2x256GB als Schreib/Lese Cache verbaut.

    • Dennis Autor des BeitragsAntworten

      Stimmt! Da hast du vollkommen recht, da war ich wohl nicht ganz bei der Sache!

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